Wenn der Vater mit den Söhnen …

… auf ein Obedience Turnier geht!

Junai – Klasse 1 – 301 Punkte – Vorzüglich
Norell – Klasse 3 – 309 Punkte – Vorzüglich
Chaplin – Beginner – 242 Punkte – Sehr Gut

Was für ein Tag gestern beim HST Osnabrück!
Ich habe mich natürlich schon sehr gefreut, bei Chaplins und Andreas erstem gemeinsamen Start in der Beginner dabei sein zu können und auch wenn es mit einer 0 in der Box leider nicht zum V gereicht hat, war das doch wirklich ein sehr guter Start in die Obedience-Laufbahn! Weiter so ihr 2!

Mit Norell hatte ich in letzter Zeit ja ein bisschen Sorgen, irgendwie war er auf den ganzen letzten Turnieren nicht mehr so richtig motiviert und begeistert. Mal eine Übung in der 3 zu 0en oder von mir aus auch mal 2, alles kein Thema, das kann vorkommen. Aber ein grundsätzlich gut ausgebildeter Hund, der im Training auch alle Übungen richtig gut zeigt und dann im Turnier irgendwie gar nicht mehr richtig zuhört? Dieses nicht mehr so ganz zuhören kam dann auch ab und an im Training vor, auch da verlor er seine Spritzigkeit. Nachdem er dann bei unserem letzten Start in Klasse 3 vor 2 Wochen nach 2 Übungen mental dicht machte und zwar noch brav mit mir mit ging und irgendwie sowas ähnliches tat wie Obedience, aber einfach nicht wirklich er selbst war, habe ich kurzentschlossen die Reißleine gezogen und wollte erst gar nicht mehr starten dieses Jahr mit ihm. Dann aber beschloss ich, dass ich von der seit diesem Jahr bestehenden Möglichkeit der Rückstufung Gebrauch machen und bei unserem eigenen Turnier in Klasse 1 starten würde, um die Saison mit einem hoffentlich schönerem Erlebnis einer einfachen und kurzen Prüfung abzuschließen.
Obwohl es dabei dann natürlich „um nix“ ging, da so eine Rückstufung nicht mal in der Leistungskarte eingetragen wird und man seine Qualis für die höheren Klassen auch nicht verliert, war es trotzdem irgendwie eine echte Prüfung. Immerhin wurden wir bewertet und ich hatte auch genug irritierte Fragen vorher bekommen, um zu wissen, dass einige ganz genau hinschauen, was der Klasse 3 Hund denn in Klasse 1 macht. Unser Ziel war einfach Spaß haben und das hatten wir. Und auch wenn Norell von den 1er Übungen (die wir Mangels Zeit auch nicht einmal vorher nochmal so wiederholt hatten) etwas irritiert war, freute er sich von Übung zu Übung mehr mit mir und hatte wirklich wieder echten Spaß. Und ich hatte am Ende eine große Erkenntnis: Diesen Spaß, den hatten wir beide auf den letzten Prüfungen so nicht mehr, weil ich mich gar nicht mehr so ausgelassen mit Norell gefreut hatte, sondern seine Begeisterung irgendwie als geschenkte Grundlage ansah und ihn möglichst souverän und schick durch die ganze Prüfung führen wollte. Natürlich gab es Lob, aber ich ließ ihn nicht mehr so ausgelassen hüpfen und an mir hochspringen, wie er es einfach liebt.
Nach der Erkenntnis testete ich den Beginn einer 3er Prüfung im Training, wo ich einfach lobend und fröhlich mit ihm auf den Platz und von Übung zu Übung ging. Und siehe da: Mein Norell war wieder da, sofort! Fröhlich, frei im Kopf und schnell!
Nach dieser Erkenntnis beschloss ich den noch gemeldeten Start in der 3 am Samstag doch zu wagen – nur um dann von Dienstag bis Freitag krank zu sein und nichts mehr wiederholen und trainieren zu können.
Unser Ziel für diesen Start also einfach: Wir feiern eine Obedience Party und haben richtig Spaß!
Und den hatten wir! Norell arbeitete wieder so freudig und genial, zeigte überhaupt kein mentales abschalten und wir konnten neben dem ganzen Spaß auch noch 309 Punkte und damit ein dickes Vorzüglich erarbeiten.

Junai war dann am Nachmittag in Klasse 1 dran und bot mir das Kontrastprogramm. Schon in der Beginner und noch extremer letzte Woche in Klasse 1 hatte ich bei ihm das Gefühl, ein kleines Pulverfass neben mir zu haben, was jeder Zeit explodieren könnte. Für ihn testete ich also im Training und bei dieser Prüfung, ihn nochmal anders vorzubereiten und vor allem anders mit ihm den Ring zu betreten und nach jeder Übung zwar stimmlich zu loben, ihn dafür aber möglichst nicht aus der Grundstellung aufstehen zu lassen, sondern ihn dann tatsächlich im Fuß weiter zu führen. Es fühlte sich insgesamt so deutlich besser an mit ihm zu arbeiten und er wurde im Verlauf der Prüfung auch nicht so hektisch und hibbelig, aber das richtige Optimum war es zugegeben so auch noch nicht. Phasenweise wurde er dann zu ruhig oder nahm sich selbst raus, mal kurz schnüffeln zu gehen, was dem überbegeisterten Junai sicher so nicht passiert wäre. Unser Ziel fürs kommende Training ist also klar: Neben dem weiteren Aufbau der Übungen für Klasse 2 und 3 widmen wir uns dem guten Arbeiten auf Prüfungen. Ich bin gespannt auf die Herausforderung mit der kleinen roten Rakete!

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