Jola

Jola ist mein erster ganz eigener Hund und mein erster Toller. Eigentlich sollte sie ein Welpe werden, aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt – und daher zog Jola mit damals 2 1/2 Jahren am 18. November 2007 bei uns ein.

Im Jahr 2006 bin ich das erste Mal auf den Toller gestoßen, als ich auf der Suche nach einem für meine Pläne passenden Hund war. Ich wollte einen sportlichen Hund mit viel Temperament, der mit mir gemeinsam Spaß an verschiedenen Hundesportarten haben würde.
Als ich das erste Mal vom Toller hörte, war ich fasziniert. Ein Retriever war ein Kindertraum von mir, ich wollte damals so gerne einen Golden Retriever. Für den Hundesport fand ich die Golden Retriever, die ich damals kannte aber nicht geeignet. Aber der Toller klang passend, nicht so groß aber sehr temperamentvoll – ein typischer Arbeitshund! Und es war zusätzlich noch ein Retriever. Was will ich mehr?

Nachdem ich dann die ersten Toller live gesehen hatte, stand fest, es sollte ein Toller werden. Und damit begann die Züchtersuche, die aber sehr schnell schon abgeschlossen war. Die erste Züchterin, die ich anschrieb, war mir von Anfang an sympathisch und ich ihr auch. Ich bekam eine Zusage für einen Welpen! Doch hier beginnt dann der Teil, indem alles anders kam als gedacht. Mit einem Welpen aus dem A-Wurf klappte es aus mehreren Gründen nicht und auch bei anderen Züchtern nicht. Ich hatte dann vor, auf den B-Wurf zu warten, auch wenn ich eigentlich gerne bereits wieder einen Hund für gemeinsame Aktivitäten gehabt hätte.

Und dann kam Jola ins Spiel. Im Tollerforum stand sie als Abgabehund, da sie ihre Besitzer gebissen hätte. Eigentlich habe ich mir einen bissigen Hund nicht so ganz zugetraut – ich wollte doch eigentlich Hundesport machen und nicht erst Jahrelang an Problemen mit diesem Hund arbeiten… Doch sie ging mir nicht mehr aus dem Kopf und so schauten wir uns sie an und nahmen sie mit.

Aggressivität hat sie bei uns in dem Ausmaß noch nie gezeigt. Sie war von Anfang an ein sehr ängstlicher Hund, der wenig kannte und sehr unsicher fremden Menschen gegenüber war. Schnell baute sie eine sehr enge Bindung zu mir auf und zeigte dann deutlich, dass ihr das reichte. Andere Menschen brauchte sie nicht! Mittlerweile hat sich das sehr geändert, von dem total unsicheren, scheuen Hund ist wenig übrig geblieben. Fremde Menschen, am Liebsten viele auf einem Haufen, findet Jola total toll – im Mittelpunkt sein ist gar nicht so schlecht! Und auch die vielen fremden Sachen hat sie kennen gelernt und geht erstaunlich sicher auch auf ganz neue Sachen zu. Einzig und allein die Geräuschempfindlichkeit gegenüber einem lautem Knall und daher besonders Schüssen ist geblieben. Seit sie mit 10 Jahren ertaubt ist, stört sie auch das nicht mehr.

Mein Fazit zu diesem Hund: Es war die richtige Entscheidung, Jola damals zu nehmen. Sie wird wohl nie so ganz locker und entspannt sein wie viele andere Hunde, dafür ist es aber besonders schön, sie beim Bewältigen von für sie schwierigen Sachen zu sehen!

Ich habe in Jola einen Hund gefunden, durch den ich unwahrscheinlich viel gelernt habe – über Hundehaltung, Hundeverhalten und Hundesprache aber auch über mich selber! Jola spiegelt meine eigene Stimmung ziemlich genau wieder, was zwar nicht immer einfach aber sehr lehrreich ist.