Was für ein Sommer in Schweden!

Das Wetter bekommt leider keinen ersten Preis, es hat sehr viel und oft durchgängig geregnet, eine neue Herausforderung für 2 Wochen Wohnmobil-Urlaub! Aber diese Herausforderung haben wir zusammen mit Ines und Norells neuer bester Freundin Snö gemeistert.

Abgesehen vom Wetter konnten wir aber viele 1. Preise mitnehmen auf unserem Prüfungsmarathon bei den Tollarspecialen 2017 und zwei hinterher organisierten Fährten.

Norell startet am Donnerstag auf den Specialen in der Nybörjarklass im Tolling. Er arbeitet hier sehr freudig und dynamisch, ist aber gleichzeitig absolut steady und leise. Beim Anschleichen zog ihn die Blende magisch an, sodass ich ihn etwas bremsen musste. Das Tollen hat er mit großer Spielfreude gezeigt und sich dann sicher rechts an der Blende hinsetzen lasse, von wo aus er die  Wassermarkierungen sehr gut markiert hat.
Anschließend folgte die Suche nach 4 Enten im Schilfgürtel und am Ufer. Hier sucht Norell mit großer Ausdauer, braucht aber einige Zeit, um alle 4 zu finden. Als letztes fällt noch eine Landmarkierung auf einen Hügel. Norell achtet hierbei nur auf den Flintenschützen, der links neben uns steht und ich versäume es, ihm eine deutlichere Hilfe zu geben, wohin er gucken soll oder zumindest ihn dann deutlich genug in die entsprechende Richtung zu schicken. Wir sind also um eine Team-Erfahrung reicher! Zum Glück dürfen wir ein 2. Mal ansetzen und dieses Mal helfe ich genug, so dass Norell die letzte Ente auch noch findet.
Unsere gemeinsame Arbeit wird trotz des kleinen Schönheitsmakels am Schluss mit einem 1. Preis, also Vorzüglich bewertet.

Am Freitag können wir Snö beim Öppet-Workingtest begleiten und nochmal Erinnerungen an Jyotis Start vor 3 Jahren im selben Gelände wecken. Auch Snö arbeitet zusammen mit Ines die Aufgaben (1x Blind, sonst Doppelmarks mit unterschiedlichen Geländeschwierigkeiten) super durch und kann einen 2. Platz in dieser Klasse mit nach Hause nehmen.

Am Samstag startet unsere ganze Tollerbesetzung dann wieder beim Obedience.
Jyoti und ich stoßen leider erneut auf Sprachbarrieren in der Klasse 3, bekommen zwar spontan einen Dolmetscher, aber mich irritiert es ziemlich, zuerst die schwedischen Kommandos halb zu verstehen und anschließend auf die englische Übersetzung zu warten. Dadurch bin ich nicht komplett konzentriert bei Jyoti, gebe teilweise falsche Kommandos, vergesse Rituale und es läuft einfach nicht rund… Sorry Jy, so war das nicht geplant!

Bei Norell und Snö, die beide in Klasse 1 starten, haben wir mehr Glück: unser Steward spricht Englisch und freut sich sogar über diese „Herausforderung“, wie sie selbst sagt.
Norell ist erneut voller Motivation und Konzentration dabei und lässt sich von der Athmosphäre mit 4 parallelen Ringen, vielen Zuschauern, vielen Hunden und seinem Ring, in dem am Tag vorher die Agilityveranstaltung samt teilnehmender läufiger Hündin stattfand, nicht ablenken.
Ich kann unseren Lauf also vollends genießen und wir haben richtig viel Spaß zusammen!
Mit 283,5 Punkten erarbeiten wir uns auf unserer letzten Klasse 1-Prüfung nochmal ein schönes Vorzüglich und gewinnen unsere Klasse!

Am Sonntag folgt dann noch die Ausstellung, an der Norell in einer starken Junghundeklasse eine sehr schöne Bewertung bekommt (obwohl er lieber Obedience-Fuß lief) und sogar den 5. Platz macht. Der Wettbewerb um den Juniortollermaster geht leider am Rande in einem Regenguss völlig unter, was ich etwas schade fand. Immerhin hat man nur einmal die Chance, daran teil zu nehmen. So liefen wir in strömendem Regen kurz einmal hoch und runter und kein Hund wollte bei dem starken Regen von der Seite vernünftig stehen … Egal, wir waren trotzdem dabei!

Nach den Specialen gab es eine kurze Regenpause, die wir mit einem leckeren Eis genutzt haben – um anschließend dem Regen nach zu fahren.
Wir hatten nämlich immer noch nicht genug, weder von Schweden, noch von Trainings und Prüfungen.
Also folgte am Dienstag nach den Specialen die erste Schweißprüfung (Viltsparprov) in der ÖKL für Norell und Snö – was sie beide ziemlich gut machten und mit einem 1. Preis belohnt wurden.
Norells Fährte lag in einem sehr netten Gebiet mit vorwiegend Blaubeeren, etwas Wiese, etwas Wasser, was wir über einen Holzsteg überqueren durften, und ein paar Felsen. Er suchte sich sehr gut den Anschuss und lief sicher los, brauchte an einigen Winkeln aber einen kurzen Moment mit etwas kreisen, um sich sicher zu sein, wo es weiter geht. Insgesamt brauchten wir für die ca 600m lange Übernachtfährte 26 Minuten und Norell erhielt einen schönen Bericht.

Diese Fährte erwies sich als guter Einstieg für die zweite, die am Donnerstag folgte. Diese lag in deutlich schwierigerem Gelände. Bereits die Anschusssuche war in einem dicht mit Tannen und Büschen bewachsenen Gebiet, so dass ich Norell hier recht dicht folgen musste, um ihn überhaupt sehen und lesen zu können und ihm überhaupt zu ermöglichen, das Gelände abzusuchen.
Er fand den Anschuss aber gut und zeigte ihn deutlich an, bevor er mit gutem Zug los ging. Je mehr er gegen hält, desto sicherer ist er sich und auf dieser Fährte hatte ich quasi nahezu einen konstanten Zug auf der Leine. Norell war sich sicher, aber sowas von. Nur an einem Winkel, der direkt auf einem kleinen Mäuerchen , vor einem quer liegenden Baumstamm links runter ging, hat er ganz kurz gekreist, um dann erneut sicher vor zu laufen. Unser Gelände ging diesmal von dichtem Tannenbewuchs über etwas Totholz, durch Blaubeeren, sumpfig-nasses Gelände, durch einen Bach, … im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein!
Norell brauchte dieses Mal nur 15 Minuten, also 10 Minuten weniger als bei der vorherigen. Dies zeigt eindrucksvoll, wie viel sicherer er sich dieses Mal war!
Hinterher haben wir übrigens erfahren, dass diese Fährte knapp 22 Stunden alt war.

Norell bekommt dieses Mal erneut einen 1. Preis und sogar einen Honour Price für seine Leistung!

Zwischendurch ist Norell fast nebenbei 2 Jahre alt geworden, durfte sich bei TEBA ordentlich etwas aussuchen für seine ganzen Erfolge und hatte auch mehrere schöne Dummytrainings in diesem wunderbaren Land. Ein bisschen haben wir dabei auch gefilmt und ich habe einen Zusammenschnitt gemacht.

Trotz des schlechten Wetters war es wieder ein sehr schöner Urlaub mit dem Schwerpunkt Hundetraining und Hundeprüfungen. Und schon jetzt sagen wir: Specialen 2018 – wir kommen! Stockholm ist zumindest eine Ecke, in der wir noch nicht waren.

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