Norell auf der JP/R

Nachdem sein Frauchen letzte Woche vorgelegt hatte, hat Norell nun nachgezogen und mit der JP/R seine erste jagdliche Prüfung mit Bravour bestanden.

Los ging es mit der Schleppe. Meine Sorge, dass er nach langer Autofahrt und spannender Begrüßung dafür noch zu aufgedreht wäre, ließ Norell unbegründet erscheinen. Sehr konzentriert und ruhig arbeitete er seine Schleppe ab, nahm beide Winkel sauber und brachte das Kaninchen ohne Zögern zurück.

Nach diesem sehr gelungenen Start ging es weiter mit der Markierung an Land in ein Rapsfeld. Nun also die erste Ente des Tages!
Norell markierte für seine untrainierten Verhältnisse super, stoppte auf der richtigen Höhe und suchte in den Wind und in Richtung der Helfer. „Leider“ war er ca einen Meter neben der Ente angekommen, die auf der windabgewandten Seite lag. Norell merkte schnell, dass er falsch war, drehte um und lief einen kleinen Bogen in den Wind. So fand er dann sehr gut und brachte auch die Ente sicher zurück.

Als nächstes folgte die Überprüfung der Schussfestigkeit. Ich habe Norell suchen geschickt und die Schüsse interessierten ihn überhaupt nicht – dieser Teil also auch bestanden.

Dann ging es mit der Suche weiter. Hier war das Gebiet sehr übersichtlich bewachsen, die ersten zwei Stücke lagen sehr nah und völlig offen. Das irritierte Norell, er schnupperte sowohl Kaninchen wie Ente erst ab, blickte fragend zu mir und brauchte hier zum Bringen eine Ermunterung. Die anderen beiden Stücke lagen versteckter, die hat er dann wieder ohne zögern aufgenommen und sicher gebracht.

Als letztes die Wassermakierung. Zwei Richter standen am anderen Ufer einer schmalen Bucht und warfen die Ente in den ca 1m breiten Schilfgürtel. Norell ging ohne zu zögern ins Wasser und schwamm zügig hin, kam aber wieder etwa 1m neben der Ente auf der windabgewandten Seite an, wo die zwei Richter waren. Er landete an und suchte am Ufer – natürlich erfolglos. Tja und nun?
Ich habe wirklich noch nicht viel mit Norell trainiert und schon gar kein Einweisen und Hilfen annehmen auf Entfernung (und mit See dazwischen).Aber es blieb ja nichts anderes übrig, also Pfiff ich einen Kommpfiff als Norell auf der korrekten Windseite der Ente war. Er folgte völlig selbstverständlich meiner Aufforderung und kam zurück ins Wasser, wo er mein Handsignal zur Suche nach rechts ebenfalls annahm und dann auch schon Wind bekam.

Die Ente nahm er sofort und sicher auf – um damit wieder durchs Schilf ans Ufer zu gehen. Also erneut Kommpfiff, er wieder ins Wasser und die Ente landete schließlich ohne weitere Umwege in meiner Hand.

Diese Situation hat mich – wie auch Norells Einstellung den ganzen Tag über – extrem stolz auf meinen Bub gemacht.

Norell wirkte die gesamte Prüfung über total abgeklärt und souverän und hat einfach sein Ding gemacht. Im Auto hat er gechillt, vor den Aufgaben war er sehr aufgeregt und in den Aufgaben absolut konzentriert, leise und steady.

Die Richter sahen das ähnlich und gaben folgende Punkte:

  1. Freie Verlorensuche: 10 Punkte
  2. Wasserapport und Merkapport am Wasser: 10 Punkte
  3. Spurwille auf der Schleppspur: 10 Punkte
  4. Merken im Feld:  10 Punkte
  5. Feststellen der Schussfestigkeit: schussfest
  6. Nasengebrauch: 10 Punkte
  7. Bringen von Nutzwild: 9 Punkte
  8. Führigkeit: 10 Punkte
  9. Arbeitsfreude: 10 Punkte
  10. Stand- und Arbeitsruhe. 10 Punkte

Gesamt 258 Punkte

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